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Astrofotografie - kleiner Leitfaden

 

 

Fotografieren zählt zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Astrofotografie ist nicht in erster Linie eine Frage von technisch aufwendigen Geräten wie digitale Spiegelreflexkameras, oder teuren Spezialfilmen.Wer erfolgreich den Himmel fotografieren will, braucht sicher eine fotografische Grundausrüstung, dann aber vor allem viel Zeit, Geduld und Ausdauer. Erst die stete Bereitschaft, sorgfältig zu arbeiten, die erzielten Aufnahmen selbstkritisch zu überprüfen und aus gemachten Fehlern immer wieder zu lernen, führt zu optimalen Ergebnissen in der Himmelsfotografie. Hinweis: Wenn Sie mit der Maus über die "hellblauen" markierten Wörter fahren, erhalten Sie weitere Informationen (Tooltipp).

 

Sternaufnahmen mit stehender Kamera

 

Diese Art der Astrofotografie erfordert am wenigsten an Ausrüstung und ist deshalb überall einsetzbar. Sternaufnahmen mit feststehender Kamera lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

- in Aufnahmen, auf denen die Sterne punktförmig bleiben.

Als Ausrüstung braucht man eine Kamera mit einem lichtstarken Objektiv, ein Stativ und einen Drahtauslöser oder Fernauslösekabel, damit auch punktförmige Sternaufnahmen gemacht werden können.

Die Kamera wird mit einem hochempfindlichen Film ausgestattet oder eine digitale Spiegelreflex-Kamera (ab 800 ISO). Bedingt durch die Drehung der Erde werden sich Sterne nach einer bestimmten Belichtungszeit als Striche auf dem Film abbilden. Bei einer digitalen Spiegelreflexkamera stellt man die Einstellung auf "Bulb".

- Um punktförmige Sternbildaufnahmen zu bekommen, kann das man über die Formel errechnen:

 

 

 

Analoge Spiegelreflexkamera (Film)

 

 

tmax = 460/(f * cos D)

f = Kameraobjektiv in mm angegeben; D = Deklination des Objektes


Bei einem 50 mm Objektiv und einer Deklination von 45° kann man mit 13 Sek belichten, damit Sterne noch punktförmig erscheinen. Wird über den berechneten Wert länger belichtet, erscheinen dann die Sterne auf dem Film dann strichförmig.

 

 

 

Digitale Spiegelreflexkamera

 

tmax = 86164 x p / (2 x Pi x f x cos(d)) x 5

p = Pixelgröße des Kamerachips in mm (EOS 600d 0,00431 mm (4,31 µm))

f = Kamerabrennweite

Pi = 3,14......

d = Deklination des Objektes

 

Sehr eindrucksvolle Aufnahmen erhält man bei der Fotografie des Polgebietes. Die Kamera wird auf den Polarstern gerichtet und dann für 1 - 2 Stunden belichtet. Voraussetzung ist, daß die Kamera die Einstellmöglichkeit "B" besitzt oder die Funktion "Bulb" , um Langzeitbelichtungen für Sternstrichspuraufnahmen des Himmelspols ermöglicht.

 

Sternfeldaufnahmen (nachgeführte)

 

Unter der Sternfeldfotografie versteht man nachgeführtes Fotografieren mit kleineren Brennweiten, wenn es auf ein möglichst großes Bildfeld oder eine lichtstarke Aufnahme ankommt. Die einfachste Art der Sternfeldfotografie braucht man hierzu kein Fernrohr, sondern nur eine Kamera, gutes Objektiv, ein Stativ und einen Ferauslöser. Damit kann man Sternfelder fotografieren oder Strichspuraufnahmen machen. Als Objektive können Brennweiten von 28 mm bis 200 mm Teleobjektiven eingesetzt werden. Die Kamera wird dabei auf das Fernrohr gesetzt und mit dem Hauptrohr wird nachgeführt. Die Fernrohrmontierung muß in diesem Fall einwandfrei justiert sein. Bei ungenauer Justierung besteht die Gefahr, daß häufige Korrekturen der Deklination zwar den Leitstern schön punktförmig erscheinen lassen, das restliche Feld jedoch mehr oder weniger große Kreise um den Leitstern zieht. Bei Verwendung kleineren Brennweiten kann man sich beim Einstellen des Objekts darauf beschränken, einen hellen Leitstern in seiner Nähe zu suchen. Wichtig ist dabei, daß dieser Leitstern auch das Zentrum des Kamerabildes darstellt.

 

Sternfeldaufnahmen mit Barndoormontierung
Nachgeführte Sternfeldaufnahmen auf einer Barndoor-Montierung kann auch ohne großen Aufwand im Gegensatz einer motorischen Nachführung zu beeindruckenden Bilder kommen, in der Astrofotografie. Eine genaue Bauanleitung für so eine solche Barndoormontierung, findet man auf der Webseite von Torsten Frank. Die Barndoormontierung muss vor der Aufnahme auf den Himmelspol ausgerichtet werden, wobei die Achse des Schaniers auf den Himmelspol zeigen muss. Der nördliche Himmelspol liegt fällt nicht mit Polaris zusammen, sondern liegt 0,8° daneben.

 

 

Filme

 

Wer die Methode mit Farbdiafilmen verweden möchte, kann hier weitere Infos darüber erhalten. Das Angebot an Filmen ist derart groß, daß es Anfängern wie Fortgeschrittenen oft überschaubar erscheint. Zur Astrofotografie können die herkömmlichsten Filme verwendet werden. Meistens werden Schwarzweiß-oder Farb-Dia-Filme zu Auswahl genommen. Nicht alle Farbfilme sind für die Astrofotografie geeignet, da diese nicht die Spektralempfindlichkeiten verschiedener Objekte erfassen können. Der Kodak E 200 Prof. ist ein Diafilm der für die Astrofotografie am besten geeignet ist. Da heute üblichleriweise eine digtale Spiegelrefexkameras zum Einsatz kommt, wird die Methode mit einem Diafilm immer noch verwendet.



Links zu Astrofilmen:

 

 

Die geeignete Kamera
Befestigung der Kamera

 

Für Astroaufnahmen ist fast jede Kamera geeignet. Die Kamera muß die Möglichkeiten für die Langzeitbelichtungen (eine Einstellmarke "B" oder bei Digitalkameras "Bulb") besitzen. Das Sternenlicht wirkt in der Regel mehrere Minuten lang auf den Film ein.

 

 

Schließlich sollte bei einer idealen Kamera für Himmelsaufnahmen das Objektiv ausgewechselt werden können, wie bei Spiegelreflex-Kameras. Auch ein Stativ und ein Drahtauslöser oder Fernauslösekabel sollten zur Verfügung stehen.


 

Bei der Befestigung der Kamera an Fernrohren gibt es zwei Möglichkeiten:

 

Die Kamera wird auf ein Stativgewinde, die an den Rohrschellen befestigt ist, dort angebracht.

 

 

Soll das Fernrohr selbst als Teleobjektiv verwendet werden, so wird die Kamera anstelle des Okulars angebracht.

Astroaufnahmen mit Webcam

 

Ein umfassendes Gebiet zur Aufnahme von Himmelsobjekten kommen Webcams hier in Frage, als mit der herkömmlichen Methode mit Spiegelrefexkamaras. Leider sind nicht alle Webcams für Astroaufnahmen geeignet. Für Astroaufnahmen kann die Webcam Philips PCVC740K ToUcam Pro verwendet werden. Sie besitzt im Inneren des Gehäuses einen CCD-Chip. Wenn man die Webcam umbaut, kann man mit ihr Langzeitbelichtungen von lichtschwachen Objekten aufnehmen. Voraussetzung ist daß ein Computer vorhanden ist, um Astroaufnahmen von Sonne, Planeten, Mond u.s.w. machen zu können.

 

 

Das Objektiv an der Webcam wird durch einen Adapter ausgetauscht und an den Okularauszug befestigt. Scharfgestellt wird am Montitor des Computers. Man kann entweder daraus einen AVI-Film erstellen oder Serienbilder auf der Festplatte abspeichern. Diese Rohdaten kann man z.B. mit Giotto bearbeiten. Auf der Seite von Giotto können Sie nachlesen, wie Webcams in der Astrofotografie im Einsatz kommen. Leider reicht Giotto nicht aus, um das optimale Ergebnis aus den Bildern heraus zuhohlen. Dies kann man mit einem anderen Bildbearbeitungsprogramm umsetzen.


Hilfsmittel, Anleitungen
Keine Einführung Webcam
Astrobildbearbeitung bei Aufnahmen der Webcam
Mondbilderserien mit Webcam
Fortgeschrittene Astroaufnahmen-Techniken
Die Instrumente

 

Wenn der Astrofotograf sich auf ein spezelles Gebiet festlegen möchte, und dabei Galaxien,offenene Sternhaufen oder andere Himmelsobjekte ablichten möchte, braucht man als weitere Ausrüstung ein Teleskop. Fernrohrsysteme teilt man in zwei Gruppen ein, die nach Art des Bilderzeugungssystems unterschieden werden. Bei Refraktoren oder Linsenfernrohren entsteht das Bild durch die lichtbrechende Wirkung einer Linsenkombination. Im Gegensatz dazu wird das Bild bei Reflektoren oder Spiegelfernrohren durch die Reflexion der Lichtbündel auf der Oberfläche eines gekrümmten Spiegels erzeugt.



Refraktoren (Linsenfernrohre)


 

Wie gesagt, wird bei diesem Fernrohrsystem eine Linsenkombination zur Bilderzeugung verwendet. Der Einsatz derartiger Linsen, die meist aus einer einzelnen Sammellinse bestehen, für astronomische Zwecke scheitert an den ausgeprägten Bildfehlern dieser Linsen. Sammellinsen finden in der Amateurastronomie in Kleinstfernrohren und in Spezialfernrohren Verwendung. Um die vielfältigen Bildfehler, die schon die einzelne Linse aufweist, auszugleichen oder zu mindern, wurden spezielle Objektivkonstruktionen geschaffen, die diese Fehler durch einen entgegengesetzten Fehler der nächsten Linse wieder ausgleichen.



Reflektoren (Spiegelteleskope)


 

Ein einfaches und optisch hervorragendes Instrument, ist das Spiegelteleskop genannt, da sich auch für den Selbstbau sehr gut eignet. Das Licht, das der Hauptspiegel reflektiert, wird vom einem kleinen Hilfsspiegel, dem sogenannten Fangspiegel, aus dem Strahlengang herausgelenkt, damit der Brennpunkt außerhalb des Fernrohrtubus liegt.
Beide Fernrohrtypen sammeln die Lichtbündel, die von entfernten Objekten aufgefangen werden, in einem gewissen Abstand vom Objektiv in einem Schnittpunkt: dem Brennpunkt. In ihm kann das Bild des Objekts mit geeigneten Okularen betrachtet, oder auch direkt fotografiert werden. Der Abstand des Brennpunktes vom Objektiv wird Brennweite genannt und ist direktes Maß für die Bildgröße. Je länger die Brennweite eines Systems, desto größer ist das Bild, das empfangen werden kann. Die Brennweite wird im Millimeter angegeben.

 

 

Spiegelteleskope haben zwei Nachteile

 

 

Der Tubus (Rohr) ist nach vorne offen. Daher können sich leicht Lufttubulenzen bilden und die Bildqualität verschlechtern. Der Temperaturausgleich von geheizten Aufbewahrungsort zum meist kalten Beobachtungsort verursacht ebenfalls solche Turbulenzen. Infolge der offenen Bauweise ist der Objektivspiegel der Verschmutzungen durch die Luft ausgesetzt. Die Anlagerung von Schmutzteilchen, die fein verteilt in der Atmosphäre schweben, bewirkt daß der Belag des Spiegels, der meist aus einer hauchdünnen Aluminiumschicht besteht, im Laufe der Zeit verblasst. Der Reinigung des Spiegels ist daher besonderes Augenmerk zu schenken.

 

Nachführhilfen

Die wichtigste Nachführhilfe ist das Fadenkreuz, mit dem kontrolliert wird, ob sich ein Stern während der Aufnahme bewegt hat. Meist werden handelsübliche Fadenkreuzokulare ohne Beleuchtung angeboten. Dies kann bei der Nachführung einige Schwierigkeiten verursachen, so daß ein beleuchtetes Fadenkreuz in jedem Fall zu bevorzugen ist. Ein beleuchtetes Fadenkreuzokular mit verstellbaren Fadenkreuzgittern ist hier optimal.

Beim Offset-Guiding, wird ein vor der Kamera, außerhalb des Bildfeldes liegender Stern ausgespiegelt, und dann in einem separaten Nachführokular betrachtet.

Um eine höhere Vergrößerung zu erzielen, kann man eine Negativlinse vor dem Okular anbringen. Mit einer solchen Nachführeinrichtung wird ein Leitfernrohr überflüssig.

Fernrohrmontierungen

 

Es nützt einem nichts wenn man die beste Optik und die stabilste Montierung hat, wenn der Stundenantrieb und die Deklinationskorrektur nicht einwandfrei beherrscht werden. Hier spielt das Einfühlungsvermögen des Amateurs eine große Rolle. Die Hauptfehlerquelle liegt am Spiel des Getriebes. Dieses Spiel des Getriebes lässt sich durch die Verstellung des Gegengewichtes mildern. Darauf sollte hier geachtet werden, dass das Gegengewicht so verstellt werden, das der Motor das Fernrohr zieht.

Antriebsarten

 

a) Handnachführung

 

Bei kleineren Fernrohren wird meistens kein Elektroantrieb verwendet. Am Stundenantriebsachse ist eine biegsame Welle angebracht. Auch an der Deklinationsachse ist es möglich dass dort eine biegsame Welle vorhanden ist, und eine Nachführung per Hand nicht ganz gleichmäßig umläuft, ist hier eine eingwöhnung der Hand erforderlich.

 

b) Synchronmotor

 

Dieser Motor hat das Merkmal der vollelektronischen Steuerung das in der einfachsten Art des Antriebes darstellt. Der Antrieb kann durch das Verstellen der Frequenzen gesteuert werden. Ein Nachteil dieser Antriebsart ist, dass die Frequenz bei Temperaturen um -5°C nicht mehr genau gehalten wird.

 

c) Schrittmotor

 

Dieser Motor funktioniert wie ein Synchronmotor, aber besitzt im Gegensatz mehrere Pole die kreisförmig um die Motorwelle angeordnet ist. Wird der Motor eingeschaltet, bewegt sich die Welle von einem Pol zum nächsten und bleibt dort dann stehen. Danach wird wieder beschleunigt und das gleiche Spiel wiederhohlt sich wieder. Läuft der Motor mit einer hohen Frequenz, so sind die Schritte nicht mehr hörbar.

 

Instrumentenpflege

 

Die Instrumentenplege sollte hier nicht ausser Acht gelassen werden, wenn Sie eine lange Lebensdauer ihrer Optik und der Montierung und dem Zubehör haben möchten. Man sollte hier niemals das übliche Nähmaschinenöl oder sonstige Mineralöl, sondern nur Siliconöl verwenden. Durch die Umweltabgase ist es ratsam, einmal jährlich das Getriebe mit Waschbenzin mit einem Pinsel auszuwaschen. Für die Spiegelreinigung wird doppelt destiliertes Wasser aus einer sehr sauberen Flasche verwendet, das mit einer Spritzflasche auf den ausgebauten Spiegel aufgespritzt wird. Man läst das Wasser vom Spiegel ablaufen und tropft hier reinsten absoluten Alkohol zum Nachreinigen auf, der sich über den ganzen Spiegel verteilt. Der Spiegel wird mit der beschichteten Seite auf einen sauberen Leinenlappen auf drei Gummistücken gelegt. Hier sollten dann nur die äußersten Spiegelkanten berührt werden. Okulare und Objektive sollten mit einem sauberen weichen Leinenlapppen sanft abgerieben werden.

Aufnahmevorbereitungen am Tag und das Wetter



Für gute Astroaufnahmen ist ein dunkler Himmel und gutes Wetter Voraussetzung !! . In den mitteleuropäischen Breiten herrschen diese Bedingungen nur kurzzeitig, so daß wenig Zeit bleibt, sich die Aufnahmeobjekte auszusuchen. Gutes Planen hilft, das Beste aus der ohnehin kurzen Nachtzeit herauszuholen. Zunächst sind die Zeiten des Sonnenuntergangs und des Beginns der astronomischen Dämmerung wichtig. In diesem Zeitraum kann später das Instrument aufgebaut und in der fortgeschrittenen Dämmerung dann justiert werden. Wichtig ist auch die Zeit des Mondaufgangs, weil danach nicht mehr fotografiert werden kann.

 

 

Mit Hilfe einer einfachen drehbaren Sternkarte kann man feststellen, wann die gewählten Objekte mindestens 40° über dem Horizont stehen. Nur in dieser Höhe gelangen sie soweit aus dem Dunst, daß sie einigermaßen gut fotografiert werden können. Da Objekte, die im Westen stehen, am frühesten untergehen, sollten sie zuerst aufgenommen werden. Stehen mehrere Objekte zur Verfügung, sollte in einer Liste der Aufnahmeobjekte das geplante Objektiv für das jeweilige Objekt und deren Belichtungszeit vermerkt sein.

 

 

Sich mehr als 10 Objekte in einer Nacht zu fotografieren, ist nicht sinnvoll. Nicht zu vergessen ist das Beobachtungsbuch in dem alle Daten vermerkt werden. Die nächtlichen Außentemperaturen sind nicht zu unterschätzen. Auch die Sommernächte können recht kühl werden, warme Kleidung gehört unbedingt dazu. Die Fernrohroptik braucht Zeit, um sich abzukühlen. Beim Übergang von einem meist geheizten Aufwahrungsort zum kühlen Beobachtungsort wird jede Optik durch den Wärmeaustausch derartige Turbulenzen im Rohr haben, daß kaum ein scharfes Bild möglich ist.

 

Wetter

 

 

 

 

Nicht jedes klare Wetter eignet sich für die Astrofotografie. Besonders im Herbst und im Frühjahr ist es nachts zwar klar in der höheren Atmosphäre lagert sich aber eine feine Hochnebelschicht an. Für die Astrofotografie sind solche Wetterlagen nur bedingt günstig. Im Sommer kommt es oft vor, daß sich, unsichtbar für den Beobachter auf der Erde, in größerer Höhe Cirruswolken die ganze Nacht über festsetzen. Dies macht sich durch die herabgesetzte visuelle Grenzgröße bemerkbar.

 

 

 

 

 

Beobachtungsbuch

Neben Notizen über die Wetterbedingungen ist es ratsam, im Beobachtungsbuch folgende Angaben festzuhalten:

 

 

Aufnahmeobjekt
Koordinaten (Rektaszension und Deklination)
Beginn und Ende der Aufnahme
Höhe des Objekts, über dem Horizont
Aufnahmeinstrument, Filter, Aufnahmedatum
Besondere Beobachtungen
Wetterzustand
Fokalfotografie


 

Soll das Fernrohr selbst als Teleobjektiv verwendet werden, so wird die Kamera anstelle des Okulars angebracht.

 

Hier betritt der Astrofotograf ein Gebiet, das bereits erheblich mehr an Ausrüstung erfordert, als das mit der Sternfeld-Fotografie ist. Mit steigenden Brennweiten treten die Probleme der Montierungen immer stärker in Erscheinung. Die mechanischen Teile, auf die es bei einer Montierung ankommt, sind im wesentlichen das Schneckenrad und die Schnecke der Stundenachse. Die üblichen Gewindefehler, die bei ihrer Herstellung unvermeidbar sind, sorgen trotz einer etwaigen einwandfreien Nachführung von Seiten des Motors für eine ungleichmäßige Bewegung in Stundenrichtung.

 

Diese Teile "eiern" quasi in ihren Lagern. Der mechanische Fehler kann leicht festgestellt werden, indem mit einer dejustierten Montierung Fokalaufnahmen eines Sterns gemacht werden. Dies sollte bei eingeschalteter Nachführung und einwandfreier Mechanik eine saubere Strichspur ergeben. Meist wird jedoch eine mehr oder weniger geschwungene Linie auf dem Negativ herauskommen. Die Abweichungen dieser geschwungenen Linie von einer geraden geben den mechanischen Fehler der Montierung. Für Fokalfotografie müssen diese Bogen in der Sternspur innerhalb des Toleranz-winkels liegen!

Aufnahme-Methoden von Himmelsobjekten (in der Nacht)
Planetoiden oder Asteroiden

 

Planetoiden sind im allgemeinen punktförmig und können deshalb wie Sterne fotografiert werden. Der Beobachter muß vor der Aufnahme das ungefähre Gebiet kennen, indem der Planetoid steht. Die Koordinaten kann man aus einem Astronomie-Programm oder einem astronomischen Jahreskalender entnehmen. Das Fernrohr wird dann auf diesen Himmelsausschnitt eingestellt, dann wird belichtet.

 

Schnelllaufende Planetoiden bilden sich als länger belichteten Aufnahmen als Striche ab. In diesem Fall ist die Identifizierung nicht schwierig. Bleibt der Planetoid punktförmig, kann die Suche nach ihm, besonders in der Milchstraßengegend, zu einem wahren Geduldsspiel werden. Es empfiehlt sich eine Reihe von Aufnahmen desselben Planetoiden zu machen, damit man seine Bewegung leichter verfolgen kann. Die Belichtungszeit sollte bei Objekten der 10. Größe etwa 30 Minuten betragen. Für Reihenaufnahmen ist es sinnvoll, wenn der zeitliche Abstand zwischen zwei Aufnahmen bei 12 Stunden liegt, damit die Bewegung ausreicht, um ihn zu erkennen.

Gas oder Planetarische Nebel

 

Gasnebel und Planetarische Nebel mit größerem Durchmesser erfordern lichtstarke Objektive. Für Aufnahmen des Nordamerikanebels sollte b.z.w je nach Brennweite das Öffnungsverhältnis von 1 : 8 nicht unterschritten werden. Gerade bei diesem Beispielobjekt verteilt sich ja die Helligkeit des Nebels über ein großes Areal am Himmel. Besonders Gasnebel sind für die Filterfotografie geeignet. Einige Filter je nach Bauart, lassen bestimmte spektrale Wellen des Lichtes durch und erzeugen eine Art "dunklen Himmel", wobei sich das Streulicht der Straßenlichter gewaltig reduzieren lässt.

 

Die Belichtungszeit sollte so gewählt werden, daß sich der Himmelshintergrund noch nicht auf der Aufnahme bemerkbar macht. Die Mehrzahl der Nebel ist jedoch so klein, daß zu größeren Brennweiten und sogar zu Fokalaufnahmen gegriffen werden muß. Dann ist bei den meisten Fernrohren oft das geringe Öffnungsverhältnis das Hauptproblem. Das hat zur Folge, von Belichtungszeiten von einigen Stunden, die hohe Anforderungen an das Durchhaltevermögen des Fotografen stellt.

Kometenfotografie

 

Bei den nachgeführten Aufnahmen von helleren Kometen, können diese Schwierigkeiten verursachen: Wenn sich diese Kometen nicht so schnell bewegen, im Gegensatz zu den Sternen, erscheint die Aunahme des Komten unscharf. Um zu vermeiden dass der Komet somit unscharf dargestellt wird, sollte mit einem Nachführ-Okular auf dem Kern des Kometen nachgeführt werden. Da sich der Komet am Himmel bewegt, wird man in beiden Achsen korrigieren müssen.

Sternhaufen

 

Am Sternenhimmel vorkommende meist offene Sternhaufen oder Kugelsternhaufen, können mit der normalen Sternfeldfotografie aufgenommen werden. Hier genügt es ein Teleobjektiv ab 135 mm Brennweite, die man an einer digitalen Spiegelreflexkamera anbringen kann. Hier wird an die Montierung eine hohe Genauikeit bei der Nachführung gefragt. Auch hier ist das Off-Axis-Guiding Verfahren zu empfehlen.

Mond und Planetenaufnahmen

 

Um Einzelheiten auf der Mondoberfläche oder die winzigen Scheiben der Planeten fotografisch einzufangen, genügt die einfache Brennweite des Fernrohres meistens nicht mehr. Zur Mond und Planetenfotografie sind alle Fernrohrtypen geeignet. Bei den Linsenteleskopen sind geringe Öffnungsverhältnisse vorzuziehen (1 :15 oder kleiner). Auch mit einem einfachen Spiegelteleskop lassen sich beste Aufnahmen herstellen. Zur Brennweitenverlängerung, können Telekonverter oder Barlowlinsen eingesetzt werden, die das Bild dementsprechend vergrößern.

 

 

Bei langbrennweitigen Aufnahmen ist eine exakte Nachführung Voraussetzung, außer bei Mond oder Venus kommt man mit stehendem Fernrohr aus. Bei Belichtungszeiten bis zu wenigen Sekunden erfüllen handelsübliche Schnecken jedoch die erforderliche Nachführgenauigkeit. Eine ruckende Nachführung ist nicht zu gebrauchen. Oft verschwindet dieses Rucken, wenn das Fernrohr nicht ganz austariert wird, sondern der eine Teil der Montierung (Fernrohr bzw. Gegengewicht) etwas ins Übergewicht gebracht wird, so daß die Nachführung das Fernrohr ziehen muß. Selbst ein Ausrichtungsfehler von einem Grad führt bereits nach vier Sekunden zu einer Strichspur.

Filmmaterial

 

Das Filmmaterial sollte möglichst feinkörnig sein, denn es kommt gerade auf die Wiedergabe kleinster Details an. Sehr feinkörnige Filme ab 25 ISO liefern oft aber noch bessere, schärfere Bilder. Bei der Entwicklung nuß natürlich ebenso darauf geachtet werden, das feine Korn nicht zu vergrößern. In Frage kommen hier nur Feinkornentwickler im Einsatz. Wer nicht selbst entwickelt, suche sich ein Labor aus, bei dem der Film nach Wunsch entwickelt wird.

 

Bei Objekten mit nahezu starken Kontrast, z.B. Mondkrater am Terminator, die Venussichel oder den Saturnringen reichen normale Entwicklung und mittlere und harte Papiersorten aus. Die Farbfotografie von Planeten ist nicht viel schwieriger als Schwarz-Weiß-Fotografie. Farbnegative sind für solchen Zweck allerdings ungeeignet. Es sind in diesem Fall Farb-Dia-Filme zu verwenden, weil beim Abziehen auf Papier gehen oft die Details und die genaue Farbwiedergabe verloren. Aber auch bei den Diafilmen ist auf feinstes Korn zu achten.

 

Die Güte der Luftunruhe trägt wesentlich zum Gelingen einer Aufnahme bei. Während bei starker Luftunruhe gar keine Aufnahmen möglich sind, kann man bei ruhiger Luft erstaunlich detailreiche Aufnahmen gewinnen.

Luftunruhe

 

Folgende Faktoren beeinflussen hauptsächlich die Luftunruhe:

  • Die Wetterlage: In sehr klaren Nächten ist die Luftunruhe oft etwas größer, während sie bei schwachem Nebel meist gering bleibt; hohe Luftfeuchtigkeit hat also einen günstigen Einfluss.

  • Neben schwachen jahreszeitlichen Schwankungen ändert sich die Luftunruhe auch im Verlauf der Nacht. Gegen Mitternacht ist sie etwas stärker, als in der Abend-und Morgendämmerung.

  • Einen großen Einfluss haben die örtlichen Verhältnisse. Über bewohnten Gebiet, womöglich noch mit rauchenden Kaminen, zittert die Luft viel stärker als über großen Wald oder Wiesenflächen.

  • Temperaturunterschiede im Fernrohr oder in seiner Umgebung rufen zusätzliche Luftunruhe hervor. Vorne offene Spiegelteleskope liefern stundenlang unbrauchbare Bilder, wenn sie vom warmen Zimmer in die Winterkälte gebracht werden.

Es ist vom Vorteil, dasselbe Objekt gleich mehrere Male hintereinander aufzunehmen. Damit wächst die Chance, einmal einen Moment mit ruhiger Luft zu erwischen. Ein weiter Effekt ist die atmosphärische Refraktion, die abhängig ist von der Wellenlänge des Objekts. Blaues Licht wird stärker gebrochen als rotes. Der obere Rand von Objekten erscheint bläulich, der untere rötlich; Ein Objekt wird in 20 ° Höhe verschmiert, was bei ruhiger Luft eine deutliche Verschlechterung bewirkt.

Sonnenfotografie
 

!!!! Eindringliche Warnung !!!!!

Selbst ein flüchtiger Blick auf die Sonne durch das Teleskop, Fernglas oder ein anderes optisches Instrument ist sehr gefährlich, es sei denn, das Gerät ist mit einem eigens für Sonnenbeobachtungen hergestellten Filter ausgestattet !!! Verwenden Sie auch keine Sonnenfilter die am Okular angebracht werden, Sie können aufgrund der starken Erwärmung kaputt gehen!!!

 

Für die Sonnenfotografie können alle Fernrohre verwendet werden. Den Vorteil haben die langbrennweitigen Refraktoren, einmal wegen des größeren Abbildungsmaßstab und der geringen Anfälligkeit in thermischer Hinsicht.

 

 

Objektivfilter

 

 

Eine bessere Methode der Lichtabschwächung als die Verwendung von Okularfiltern, erreicht man durch verwenden eines Objektivfilters. Zum Fotografieren muß der Objektivfilter einen Lichtdurchlass haben, der in dem Bereich zwischen 0,1 % und 0,01 % liegt.

 

 

Folienfilter

 

 

Anstelle des Glasfilters kann auch eine Spezialfolie Verwendung finden. Dieses Material ist extrem dünn. Auf der lichtdurchlässigen Kunststoffunterlage ist eine hauchdünne Aluminiumschicht aufgedampft. Leider zeigt diese Schicht zahlreiche kleine Löcher und Beschädigungen, die Streulicht verursachen. Für große Fernrohröffnungen ist diese Folie nicht zu empfehlen, die fotografische Schicht wird zu sehr angegraut, das führt zu starker Kontrastminderung.

 

Bei Sonnenbeobachtungen mit Folienfilter muß die Folie auf Beschädigungen untersucht werden, dies dann eine Gefahr für das Auge mit sich bringen !!!

 

 

 

Aufnahmeverfahren Sonnenaufnahmen

 

 

Dazu wird eine Spiegelreflexkamera an den Okularauszug angeschlossen, indem man das Kameraobjektiv entfernt hat. Der Klarfleck darf für die Kamera-Scharfeinstellung nicht benutzt werden, wobei es zu Fehleinstellungen kommt. Die Verschlußzeiten sollten in einen Bereich von 1/500 bis zu 1/2000 Sek liegen, daß das Negativ richtig belichtet ist. Erweist sich das Dämpffilter als zu hell, bringt man zusätzlich vor dem Kameraeingang einen Graufilter an. Das Sucherbild im Kamerasucher muß sehr hell erscheinen. Die Scharfeinstellung des Bildes ist am besten am Sonnenrand durchzuführen. Im direkten Aufnahmefokus sind mit mittelgroßen Instrumenten, in Verbindung mit Feinkornfilmen, Flecken bis zu 1 Bogensekunde Durchmesser erfassbar und die granulare Struktur ist auf dem Film schon deutlich sichtbar.

 

Sonnenflecken heben sich gut von der Oberfläche ab, eine Normalentwicklung nach der Gebrauchsanweisung bringt ausreichenden Kontrast.

 

 

Protuberanzen

 

 

Die Aufnahme der Protuberanzen sind mit einem Protuberanzenansatz durchfürbar. Für die Aufnahme der Protuberanzen ist ein Film zu verwenden, der im ROT hochempfindlich ist und feinkörnig ist. Die Belichtungszeiten muß für jedes Instrument ermittelt werden, weil sie von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wie z.B: die Lichtstärke, Durchlassgrad des Filters, Filmentpfindlichkeit des Film im Rot und Helligkeit der Protuberanzen.

Belichtungszeiten bei Himmelsobjekten

 

Die Belichtungszeit richtet sich im wesentlichen nach der:

 

-- Filmentpfindlichkeit

 

-- Öffnungsverhältnis des Fernrohres

 

Ein 1:15 - Fernrohr erreicht bei dreifacher Verlängerung durch eine Barlowlinse oder Okularprojektion also ein Öffnungsverhältnis von 1:45; Legt man für das Öffnungsverhältnis einen Standartwert von 1:50 und ISO 25 zugrunde, erhält man in der Tabelle zu empfehlende Belichtungszeiten .

Objekt
Mondalter in Tagen
Belichtungszeit in Sekunden
Mond
2 oder 27,5 Tage
15
Mond
4 oder 25
6
erstes Viertel
7 oder 22
3
Mond
11 oder 18
1
Vollmond
15
1/2
sekundäre Licht
5000
Mondfinsternis
Halbschatten
1 - 20
Mondfinsternis
Kernschatten
1000
Merkur
 
1/2
Venus
 
1/8
Mars
 
1
Jupiter
 
3
Jupitermonde
 
10
Saturn
 
10


Für andere Öffnungsverhältnisse und Filmentpfindlichkeiten ist die Belichtungszeit auszurechnen.

Belichtungszeit =

 (Öffnungsverhältnis)²

*3 s (Jupiter)

        ISO*100


Beispiel: 750 mm Brennweite, 150 mm Durchmesser - Spiegelteleskop - Mondaufnahme (4 Tage nach Neumond) mit 800 ISO

Öffnungsverhältnis = 750 / 150 == 5

Belichtungszeit dafür:= 5 * 5 / (800 * 100) * 6 == 0,001875 Sek (1/500 Sekunde)

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