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Astrofotografie - Milchstraße mit Lightroom und Photoshop bearbeiten.

Hat man sich an einem Ort aufgehalten, wo man fernab von störenden Lichtquellen dann auch eindrucksvoll die Milchstraße mit dem bloßen Auge gesehen hat und diese dann fotografisch festhalten möchte. Die Milchstraße ist mal ein begehrtes Fotomotiv unter der Landschaftsfotografie. Nur muss man hier einiges beachten, um erfolgreich die Milchstraße auf dem Kamera-Chip abgebildet zu bekommen. Es muss dafür schon die Dämmerung weit fortgeschritten sein und sie sollte sehr gut mit dem bloßem Auge sichtbar sein. Leider ist das unter der Lichtverschmutzung aktuell in unseren Städten leider nicht möglich die in voller Pracht zu beobachten. Hierzu muss man an einen Ort sich begeben, wobei dort der Beobachtungsort recht dunkel ist oder nur wenig Licht auf den Himmelsbeobachter den Genuss der Milchstraße nicht beeinflusst. Wenn bei zu der Milchstraße einige Wolken aufziehen, kann das ein sehr interessantes Bild werden.

 

Das erforderliche Equipment


Also was braucht man alles dafür um die Milchstraße erfolgreich zu fotografieren?

  • ein Stativ
  • digitale Spiegelreflexkamera
  • Lichtstarkes Weitwinkelobjektiv
  • wenn man länger belichtet wie 20 Sekunden - eine motorisierte Montierung

Um in der Dunkelheit noch die Kamera-Optionen zu bedienen zu können, wäre eine Kopflampe mit Rotlicht empfehlenswert. Wichtig ist, für ein besonders Motiv der Milchstraße, dass man den Vordergrund mit einbaut. Das kann hier alles sein, dass man so in der Landschaft findet, wie Bäume, die Straße oder ein Bauwerk wie eine Kirche. Nun bevor man mit den Aufnahmen der Milchstraße beginnt, ist hier der richtige Fokus zu finden. Den Autofokus während der Nacht kann man nicht gebrauchen. Hierzu muss man dann manuell fokussieren, um den Sternenhimmel scharf abgebildet zu bekommen. Am besten kann man dies man Tag machen, indem man eine Landschaft auswählt und diese manuell scharfstellt und dann die Position des Objektivs merkt, b.z.w. dort eine Markierung anbringt. Eine andere Methode wäre, Nachts davon Probeaufnahmen zu machen und sich langsam an den Schärfepunkt heranzutasten.

Nun stellt sich die Frage, wie lange kann man mit einem bestimmten Objektiv belichten, ohne dass die Sterne dann nicht strichförmig werden, also noch punktförmig bleiben?

Das hängt von der Brennweite des Objektivs ab. Eine Faustformel besagt bei einer APS-C Kamera,

300 / Brennweite = optimale Belichtungszeit.
Beispiel: bei einem 24 mm Weitwinkelobjektiv kann man 300 / 24 = 12 Sekunden lang belichten.

Um dann die Milchstraße gut abzubilden auf dem Kamera-Chip, ist es ratsam die Blende ganz aufzumachen und mit einer hohem ISO - Wert ab 1600 bis 6400 zu belichten. Wichtig ist, dass hier die Aufnahmen im RAW-Format vorliegen, um den Weißabgleich nachträglich zu bearbeiten. Um bei hohen ISO-Werten das Bildrauschen zu reduzieren, werden von der Milchstraße mehre Aufnahmen gemacht und dann mit einem speziellen Programm gestackt (gestapelt)

Bearbeitung der Milchstraße mit Ligthroom

 

Das Bild wird nun in Ligthroom geöffnet, indem hier nun mit folgenden Einstellungen das Roh-Bild entwickeln wird:
Die hier verwendete Milchstraßen-Aufnahme wurde mit mit der Software Sequator gestackt.


1) Zuerst wird bei der Aufnahme der Weißabgleich eingestellt:
Farbtemperatur: 3700 Kelvin (Dies wurde mit RawTherapee zuerst entwickelt). Hier ist zu beachten, daß nicht jede Aufnahme gleich ist, also mit den Einstellungen ausprobieren.


2) Die Verteilung der Helligkeit im Bild
Bei der Grundentwicklung der Rohdaten werden hier einige Einstellungen vorgenommen, die für die Entwicklung der Helligkeitsverteilung im Bild somit der wichtigste Teil ist.
Zuerst wurde die Belichtung ein wenig erhöht, aber nicht übertreiben - weil das Bild eine Aufnahme der Nacht ist. Im Anschluss wurden hier noch die Tiefen und der Schwarzwert angehoben
und zudem wurde noch der Kontrast und ein wenig Weiß erhöht.


3) Einstellung Dynamik und Klarheit
Nun erscheint die Aufnahme im Gesamteindruck ein wenig blass aus. Um dies entgegen zu wirken, wird die Dynamik, Klarheit, Struktur und Sättigung ein wenig erhöht.


4) Der Verlaufsfilter
Jetzt kommt der entscheidende Schritt, bestimmte Bereiche im Bild beeinflussen zu können. Am besten kann man das mit Verlauffiltern erreichen. Hier hatte der Himmel noch einen Farbstich, indem hier die Farbtemperatur leicht in Blaue verändert wurde und die Tönung in den grünen Bereich.



6) Radialfilter
Mit diesem Werkzeug lässt sich die Milchstraße gut bearbeiten, um diese besser zum Vorschein zu bringen. Um dies zu erreichen, spielt man ein wenig an den Regler für die Tiefen und Lichter.
Auch kann hier noch ein bisschen der Kontrast und die Klarheit minimal erhöht werden.


Bearbeitung der Milchstraße mit Photoshop CC 2019


A) Zuerst wird von dieser Ebene eine Kopie erstellt. Mit STRG + J.
dazu wird die Gradationskurve geöffnet und zieht die Kurve leicht in den dunkleren Bereich unter Korrekturen. (Die Symbole über den Ebenen)


B) Da hier nur die Milchstraße bearbeitet werden soll, wird die Ebenenmaske die aktuell weiß ist
mit Schwarz gefüllt. Dazu wird dann ein weicher Pinsel und mit der Hintergrundfarbe weiß einstellt. Das Bild erscheint dann ein wenig heller.


C) Nun wird mit einem Pinsel und Hintergrundfarbe Weiß die Stellen der Milchstraße bearbeitet, die vorher mit der Gradationskurve verändert wurde.
Das sieht zwar scheußlich aus.


D) Um den Übergang in der Milchstraße weich zu gestalten, wird mit über Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner
mit einem Wert von 250 dieser Bereich geglättet.



Anderer Bearbeitungsschritt


1) Hier wird ein anderer Bearbeitsschritt vor dem Stacken mit Sequator und Lightroom - Photoshop gezeigt.
Hier wurde nur noch einige Sachen, wie die Belichtung angehoben, Lichter, Tiefen reduziert und Schwarz.
Die RAW-Dateien werden zuerst mal in Ligthroom vorbehandelt und dann in Tiff-Format konvertiert, danach in Sequator gestackt und anschließend die Bildbearbeitung mit Lightroom und Phtoshop gemacht.
2) In Sequator kann man über die Einstellung "Reduce light poltution:" die Lichtverschmutzung reduzieren, das einen Einfluss auf die Sichtbarkeit der Milchstraße hat. Wenn der Regler weiter nach links verschoben wird, fällt die Wirkung eher geringer aus, als wenn diese dann direkt sich in der Mitte befindet. Diesen Unterschied kann man gut erkennen.


3) Nach dem Stacken mit Sequator, wird nun in Lightroom dann das gestackte Bild noch mal bearbeitet mit ein paar zusätzlichen Reglern.
Schwarz -59 ++ Weiß -13 ++ Tiefen +26 ++ Lichter -61 und

Struktur +18 ++ Klarheit +22 ++ obere Ecke einen Verlauffilter nur die Belichtung erhöht. Im der anderen Aufnahme wurden die Regler in eine andere Richtung verstellt.


4) In beiden Aufnahmen wurden mit einem Radial-Filter die Milchstraße besonders hervorgehoben, indem einige Regler auf das Zentrum abgestimmt wurden.


5) Nun erfolgt der finale Bearbeitungsschritt in Photoshop CC - aber wichtig ist, dass das Bild "in Photoshop als Smart Objekt öffnen" ausgewählt ist.
Sonst kann man die Regler die man in Ligthroom angewandt hat, nicht mehr nachträglich im RAW-Converter bearbeiten !!!.
Mit der Gradationskurve kann man mit der Pipette bestimmte bereiche im Histogramm ändern.


6) Bestimmte Bereiche im Bild kann man mit einer weiteren Gradationskurve beeinflussen, indem hier zusätzlich eine schwarze Ebenenmaske hinzu fügt und diese dann mit einem Pinsel mit einer geringen Deckkraft zum Vorschein bringt.


7) Jetzt könnte man noch der Milchstraße einen warmen Farbton hinzu fügen, also einen Color Lockup. Auch wie im oberen Bild wird hier eine schwarze Ebenenmaske hinzu gefügt und nur bestimmte Bereiche mit einem Pinsel und weißer Hintergrundfarbe bearbeitet. Die Deckkraft dieser Maske verändern auf einen Wert von ca. 40 %. Zudem kann man auch die Helligkeit ein wenig erhöhen und den Kontrast.

 

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