Der Sternenhimmel im November 2026
Der November bringt nicht nur fallende Blätter, kühle Morgen und häufige Nebeltage, sondern auch besonders lange und eindrucksvolle Nächte. Mit jedem Tag geht die Sonne etwas früher unter, während sie morgens später aufgeht. Dadurch bleibt mehr Zeit, den Sternenhimmel zu beobachten. Wer sich warm anzieht und einen möglichst dunklen Beobachtungsplatz aufsucht, kann im November viele faszinierende Himmelsobjekte entdecken.
Schon in den frühen Morgenstunden lohnt sich ein Blick in Richtung Osten. Dort können Venus und Merkur am Morgenhimmel erscheinen. Venus ist wegen ihrer großen Helligkeit leicht zu erkennen und strahlt meist deutlich heller als alle anderen Sterne. Merkur ist wesentlich schwieriger zu beobachten, da er sich stets in der Nähe der Sonne befindet und nur kurze Zeit vor Sonnenaufgang sichtbar ist. Ein freier Horizont ist deshalb besonders wichtig. Am besten beginnt man die Beobachtung etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. Je nach genauer Stellung der Planeten kann sich ihre Sichtbarkeit von Jahr zu Jahr unterscheiden.
Am Abend fällt das Sternbild Pegasus auf. Sein markantes „Herbstviereck“ besteht aus vier hellen Sternen und ist ein guter Orientierungspunkt am Himmel. Von Mitteleuropa aus steht Pegasus im November zunächst hoch im Süden und wandert im Laufe der Nacht weiter nach Westen. Das große Viereck ist nicht nur leicht zu finden, sondern weist auch den Weg zu weiteren Sternbildern und interessanten Himmelsregionen.
In der Nähe von Pegasus liegt das Sternbild Andromeda. Unter einem wirklich dunklen Landhimmel kann man dort sogar die Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge als schwaches, nebliges Fleckchen erkennen. Im Teleskop erscheint sie deutlich eindrucksvoller. Ihr heller Kern, die ausgedehnte Scheibe und manchmal auch dunkle Staubbänder werden sichtbar. Allerdings sollte man keine farbenprächtigen Bilder wie aus Raumsonden erwarten: Das menschliche Auge nimmt bei schwachem Licht vor allem graue und silbrige Strukturen wahr. Trotzdem ist der Anblick beeindruckend, denn das Licht der Galaxie war mehr als zwei Millionen Jahre unterwegs, bevor es unsere Augen erreicht.
Auch Jupiter ist im November ein lohnendes Beobachtungsziel. Er befindet sich im Sternbild Löwe und fällt durch sein helles, ruhiges Leuchten auf. Mit einem Fernglas lassen sich unter günstigen Bedingungen bereits seine vier größten Monde erkennen. Im Teleskop wird zusätzlich die gestreifte Wolkenhülle sichtbar. Besonders spannend ist es, die Stellung der Monde von Abend zu Abend zu vergleichen, da sie den Gasriesen ständig umkreisen.
Sternschnuppenfreunde freuen sich im November auf die Leoniden. Dieser Meteorstrom entsteht durch Staubteilchen, die der Komet Tempel-Tuttle auf seiner Bahn hinterlassen hat. Wenn die Erde durch diese Staubspur läuft, dringen die Teilchen in die Atmosphäre ein und verglühen als leuchtende Spuren. Das Aktivitätsmaximum liegt gewöhnlich um die Monatsmitte. Die Zahl der sichtbaren Meteore kann jedoch von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Für die Beobachtung braucht man kein Teleskop, sondern vor allem Geduld, einen freien Blick zum Himmel und möglichst wenig störendes Licht.
Nach Mitternacht erscheint schließlich das Sternbild Orion immer auffälliger am östlichen Himmel. Seine drei Gürtelsterne bilden eine unverwechselbare Reihe. Unterhalb des Gürtels liegt der Orionnebel, eine gewaltige Sternentstehungsregion. Bereits in einem Fernglas oder kleinen Teleskop kann er als zarter, nebliger Fleck erscheinen. Damit bietet der Novemberhimmel eine abwechslungsreiche Reise: von hellen Planeten über ferne Galaxien bis hin zu Sternschnuppen und jungen Sternen. Wer regelmäßig nach oben blickt, erlebt die länger werdenden Nächte als eine besonders spannende Jahreszeit.
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